Es dauerte weiter 3 Monate bis ich endlich einen OP Termin bekam. Die Überbrückungszeit war furchtbar. Ich musste wieder mein Hörgerät tragen, was mir oft Schmerzen bereitete. Leider waren die Kabel hinter dem Ohr zu nah an der Hautoberfläche. Das scheuerte beim Tragen meines Hörgerätes.
Nach der Otosklerose-OP, die diesmal nicht so schlimm war, musste ich wieder warten bis alles abgeheilt war. Mittlerweile war seit der ersten Operation schon ein ganzes Jahr vergangen. Wir hatten jetzt das Jahr 2010.
Endlich kam wieder der Entscheidungstag. Die Hoffnung war jetzt noch größer als beim letzten Mal.
Alle saßen wie auf Nadeln und beobachteten meine Reaktion. Ja, ich hörte was, aber war das alles? Es war sehr leise....
Einige Tage später bekam ich einen neuen Prozessor, das ist das kleine runde Ding, welches auf der Kopfhaut vom Magnet gehalten wird. Dieser Prozessor wurde auf das höchste was es gab eingestellt. Es war ehrlich gesagt nicht das was ich mir vorgestellt hatte, aber ich konnte damit leben.
Das Hören mit einer Soundbridge ist viel klarer. Man ist ja nicht wie beim konventionellen Hörgerät zugestöpselt. Die Soundbridge konnte ich ca 1 Jahr tragen, dann war sie zu schwach! Ich nahm das Gerät dann nur noch gelegentlich. 2012 holte ich mir neue Hörgeräte für beide Ohren. Ab diesem Zeitpunkt lag der Prozessor der Soundbridge in einer Lade und verstaubte, schade drum! Die ganzen Strapazen waren eigentlich umsonst, aber man muss einfach neue Sachen ausprobieren.
Mittwoch, 1. Oktober 2014
Freitag, 29. August 2014
Die VSB- Operation
Am 29.7.2009 war es dann soweit. Der Professor war sich 100% sicher, dass ich für die Soundbridge in Frage komme, also ließ ich mich operieren. Die Angst war natürlich groß, da viel passieren konnte. Aber gleichzeitig war da auch die Freude, dass ich dann besser hören konnte. Ich hasste meine Hörgeräte und war mir sicher, dass ich sie nie mehr, zumindest auf der linken Seite vorerst einmal nicht mehr benötige.
Die OP ging gut und es war alles so wie es sein soll. Am meisten fürchtete ich, dass mein Gesichtsnerv verletzt werden könnte. Der blieb zum Glück aber heil.
Die Schmerzen waren ehrlich gesagt schon heftig. Ich hatte extremes Kopfweh und brauchte erst einmal einen ganzen Tag bis ich so halbwegs zu mir wieder kam. Damals war ich mir sicher, dass ich mich nie wieder am Ohr operieren lassen würde. Die Schmerzen und das ganze Drumherum im AKH war nichts für mich. Es war alles so unpersönlich und der Patient zählt einfach zuwenig. Die Pfleger und Ärzte stehen unter Druck und das merkte ich sehr stark. Nach einer Woche wurde ich entlassen.
Nach fast genau 6 Wochen war dann der große Entscheidungstag. Kann ich damit hören, wie gut konnte ich damit hören? Ich war schon ziemlich aufgeregt.
Wieder einmal zog es mir den Boden unter den Füßen weg. Ich hörte fast gar nichts damit. Eine Welt brach wieder einmal über mir zusammen. Das Gerät wurde zig mal umprogrammiert und an mir getestet. Es war zum verzweifeln.
Ein paar Monate später meinte dann der Arzt, dass ich wahrscheinlich eine Otosklerose ( http://de.m.wikipedia.org/wiki/Otosklerose ) habe und er mich nochmal operieren muss. Na toll...
Sonntag, 1. Dezember 2013
Vibrant Soundbridge (VSB)
Die SOUNDBRIDGE ist ein einzigartiges Mittelohr-Implantatsystem und eröffnet neue Wege des Hörens für Personen, bei denen konventionelle Hörgeräte aus medizinischen Gründen nicht verwendet werden können oder zu keiner Verbesserung des Hörvermögens beitragen. Dies ist häufig der Fall bei einem bleibenden Hörverlust nach Mittelohroperationen oder wenn Hörgeräte aufgrund einer chronischen Gehörgangsentzündung nicht getragen werden können. Die SOUNDBRIDGE kann sowohl bei leichter bis hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit, als auch bei Schallleitungs- oder kombiniertem Hörverlust angewendet werden.
Im Unterschied zu einem Hörgerät, das Schallsignale lediglich lauter macht, wandelt die SOUNDBRIDGE die Schallsignale aus der Umgebung in mechanische Schwingungen um. Diese mechanische Energie stimuliert direkt die Strukturen des Mittelohrs, wodurch auch hohe Töne außergewöhnlich gut wahrgenommen werden können.
Wie funktioniert eine Soundbridge?
- Schall wird vom Mikrofon des Audioprozessors aufgenommen. Der Audioprozessor wird durch einen Magneten über dem Implantat gehalten.
- Der Audioprozessor wandelt den Schall in elektrische Signale um.
- Diese Signale werden über die Haut an das Implantat übertragen.
- Das Implantat leitet die Signale weiter an den FMT (Floating Mass Transducer). Der FMT ist das Herzstück des Systems.
- Der FMT wandelt das Signal in mechanische Schwingungen um, die eine Mittelohrstruktur (z.B. die Gehörknöchelchenkette) direkt in Bewegung versetzen.
- Diese Schwingungen werden an das Innenohr weitergeleitet und als akustische Signale wahrgenommen.
Samstag, 30. November 2013
Patientenvorstellung
Ich soll um 14:00 Uhr wieder kommen und bei einer bestimmten Tür warten. Brav wartete ich mit ein paar anderen Leuten bis ich aufgerufen wurde. Das war wie ein Fleischbeschau. Der Professor saß mit ein paar anderen Ärzten da und begutachtete meine Unterlagen.
Er sagte mir, dass er dieses Implantat nicht mehr mache, da die Patienten nicht zufrieden seien. Mir zog es so richtig den Boden unter den Füßen weg. Eine Welt stürzte über mich ein.
Aber es gäbe da etwas Anderes für mich. Ich horchte wieder auf, gab es doch noch eine Hoffnung?
Das Vibrant Soundbridge von der Firma Med El. Dieses Gerät wäre die ideale Lösung für mich.
Ich machte anschließend einen Termin und fuhr nach Hause. Ich hatte zwar keine Ahnung was die mir da implantieren wollten, war aber trotzdem happy, dass es doch noch eine Lösung für mich gab.
Er sagte mir, dass er dieses Implantat nicht mehr mache, da die Patienten nicht zufrieden seien. Mir zog es so richtig den Boden unter den Füßen weg. Eine Welt stürzte über mich ein.
Aber es gäbe da etwas Anderes für mich. Ich horchte wieder auf, gab es doch noch eine Hoffnung?
Das Vibrant Soundbridge von der Firma Med El. Dieses Gerät wäre die ideale Lösung für mich.
Ich machte anschließend einen Termin und fuhr nach Hause. Ich hatte zwar keine Ahnung was die mir da implantieren wollten, war aber trotzdem happy, dass es doch noch eine Lösung für mich gab.
Zeitungsartikel
Im Jahr 2009 las ich einen Artikel vom Chef der HNO Abteilung des Wiener Allgemeinen Krankenhauses. In diesem Artikel ging es um ein vollimplantiertes Hörgerät, welches vollständig unter der Haut war. Das war die Lösung. Ich musste dieses Gerät haben. Ich träumte davon, dass ich meine Haare wieder zusammen binden konnte ohne dumm angeglotzt zu werden. Obwohl ich noch nicht einmal dort war, rechnete ich voll damit, dass ich es implantiert bekomme. Am liebsten hätte ich es der ganzen Welt erzählt.
Ich holte mir von meinem damaligen praktischen Arzt eine Überweisung und fuhr voller Euphorie ins AKH. Ich war vorher noch nie in diesem Krankenhaus und dementsprechend überfordert war ich. Endlich in der Ambulanz angekommen, bekam ich gleich einen Schock. Da waren so viele Menschen und ein riesiges Durcheinander. Nach der Anmeldung musste ich erst einmal ein paar Stunden warten, bis ich dann endlich dran kam. Nach einer Miniuntersuchung trug ich mein Anliegen vor und musste gleich zum Hörtest. Der behandelnde Arzt meinte dann, dass ich durchaus eine interessante Patientin sei und er möchte mich zur Patientenvorstellung zum Professor schicken. Die erste Tür hatte sich geöffnet...
Ich holte mir von meinem damaligen praktischen Arzt eine Überweisung und fuhr voller Euphorie ins AKH. Ich war vorher noch nie in diesem Krankenhaus und dementsprechend überfordert war ich. Endlich in der Ambulanz angekommen, bekam ich gleich einen Schock. Da waren so viele Menschen und ein riesiges Durcheinander. Nach der Anmeldung musste ich erst einmal ein paar Stunden warten, bis ich dann endlich dran kam. Nach einer Miniuntersuchung trug ich mein Anliegen vor und musste gleich zum Hörtest. Der behandelnde Arzt meinte dann, dass ich durchaus eine interessante Patientin sei und er möchte mich zur Patientenvorstellung zum Professor schicken. Die erste Tür hatte sich geöffnet...
Mittwoch, 27. November 2013
Ich höre nichts...
Etwa 5 Jahre später, im Jähr 2004, wählte ich die Telefonnummer einer Hotline. Ich konnte die Dame am anderen Ende so gut wie gar nicht verstehen! Ich legte auf und wählte die Nummer ein zweites Mal. Vergebens, ich hörte fast nichts. Ich geriet voll in Panik und machte mir sofort einen Termin beim Facharzt. Dort wurden sämtliche Tests gemacht. Wieder erhielt ich eine traurige Nachricht, ich würde neue Hörgeräte brauchen. Bis jetzt reichten die im Ohr Geräte, aber jetzt benötigte ich hdG. Eine Horrorvorstellung. Die kleinen Geräte waren schon zu schwach. Damit hatte ich nicht gerechnet. Mein Gehör verschlechterte sich rasant. Ich ging zu anderen Ärzten da ich es einfach nicht glauben konnte. Niemand konnte mir sagen, wie sich das entwickeln würde. Die Ärzte die ich aufsuchte, waren meiner Meinung nach mit meinem Fall überfordert. Angeblich sterben meine Haarzellen im Innenohr ab. Normalerweise haben das hauptsächlich ältere Menschen. Ich war mittlerweile 35. Also ganz bestimmt nicht alt.
Dass ich aber ganz was anderes hatte, wurde mir erst viele Jahre später gesagt.
Was blieb mir übrig, ich brauchte neue Hörgeräte. Die Geräte waren riesig und ich hatte nur Angst, dass sie jemand sehen würde. Ich schämte mich jetzt noch mehr für meine Schwerhörigkeit, da die Geräte hässlich und riesig waren.
Dass ich aber ganz was anderes hatte, wurde mir erst viele Jahre später gesagt.
Was blieb mir übrig, ich brauchte neue Hörgeräte. Die Geräte waren riesig und ich hatte nur Angst, dass sie jemand sehen würde. Ich schämte mich jetzt noch mehr für meine Schwerhörigkeit, da die Geräte hässlich und riesig waren.
Sonntag, 24. November 2013
Meine ersten Hörgeräte
Nachdem der Hörtest nicht gerade gut ausgefallen war, wurde mir langsam bewusst, dass ich ein Problem hatte. Der Arzt war sehr nett und machte mir große Hoffnungen, dass wir das wieder hinbekommen.
Ich lag eine Woche in einem kleinen Krankenhaus wo ich eine Vitaminkur anhand Infusionen bekam. Geholfen hat das ganze gar nichts. Das einzige was passierte war, dass die Waage ein paar Kilos mehr anzeigte.
Leider musste mein HNO-Arzt mir die traurige Mitteilung machen, dass ich schlecht höre und er mir nicht helfen konnte. Ich solle zu einem Hörakustiker gehen und mir Hörgeräte holen. Ich war am Boden zerstört. Damit hatte ich nicht gerechnet. Es war, als würde ich in ein tiefes schwarzes Loch fallen. Ich konnte mit niemanden reden, ich schämte mich so sehr. Schlecht hören, das war doch was für alte Leute. Ich war doch noch viel zu jung für ein Hörgerät.
Monate später raffte ich mich dann auf und ging zu einem Hörgerätegeschäft. Damals gab es die nicht an jeder Ecke. Das war ein richtiges Tabuthema. Schon beim reingehen schaute ich mich um, ob mich ja niemand beobachtete. Jetzt war ich grade mal 30 Jahre alt und musste mich mit Hörgeräten rumschlagen. Das Hören damit war ja super, ich hörte sogar meine Schritte am Teppich. Eigentlich genial! Wenn ich mich nicht so geschämt hätte. Ich hasste den Hörakustiker, ich gab ihm indirekt die Schuld, dass ich ein Hörgerät benötigte. Ich war eine schreckliche Kundin. Heute tut mir das natürlich sehr leid, denn der Akustiker konnte am wenigsten dafür.
Es dauerte fast ein Jahr bis ich die perfekte Lösung für mich gefunden hatte. Da ich zu dieser Zeit auch ohne Job war, musste ich die Geräte aus eigener Tasche bezahlen. Ich musste natürlich eine Ratenzahlung vereinbaren, denn ich hatte keine 52.000,- Schillinge. ( knapp € 4.000,-). Ohne den Hörgeräten wäre ich am Arbeitsmarkt gar nichts mehr wert. Ich verstand das damals überhaupt nicht.
Ich lag eine Woche in einem kleinen Krankenhaus wo ich eine Vitaminkur anhand Infusionen bekam. Geholfen hat das ganze gar nichts. Das einzige was passierte war, dass die Waage ein paar Kilos mehr anzeigte.
Leider musste mein HNO-Arzt mir die traurige Mitteilung machen, dass ich schlecht höre und er mir nicht helfen konnte. Ich solle zu einem Hörakustiker gehen und mir Hörgeräte holen. Ich war am Boden zerstört. Damit hatte ich nicht gerechnet. Es war, als würde ich in ein tiefes schwarzes Loch fallen. Ich konnte mit niemanden reden, ich schämte mich so sehr. Schlecht hören, das war doch was für alte Leute. Ich war doch noch viel zu jung für ein Hörgerät.
Monate später raffte ich mich dann auf und ging zu einem Hörgerätegeschäft. Damals gab es die nicht an jeder Ecke. Das war ein richtiges Tabuthema. Schon beim reingehen schaute ich mich um, ob mich ja niemand beobachtete. Jetzt war ich grade mal 30 Jahre alt und musste mich mit Hörgeräten rumschlagen. Das Hören damit war ja super, ich hörte sogar meine Schritte am Teppich. Eigentlich genial! Wenn ich mich nicht so geschämt hätte. Ich hasste den Hörakustiker, ich gab ihm indirekt die Schuld, dass ich ein Hörgerät benötigte. Ich war eine schreckliche Kundin. Heute tut mir das natürlich sehr leid, denn der Akustiker konnte am wenigsten dafür.
Es dauerte fast ein Jahr bis ich die perfekte Lösung für mich gefunden hatte. Da ich zu dieser Zeit auch ohne Job war, musste ich die Geräte aus eigener Tasche bezahlen. Ich musste natürlich eine Ratenzahlung vereinbaren, denn ich hatte keine 52.000,- Schillinge. ( knapp € 4.000,-). Ohne den Hörgeräten wäre ich am Arbeitsmarkt gar nichts mehr wert. Ich verstand das damals überhaupt nicht.
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